Am 14. August 2026 wurden elf Holzspielzeugmacherinnen und Holzspielzeugmacher sowie zwei Drechsler im Bunten Haus in Seiffen feierlich freigesprochen. Nach drei Jahren intensiver Ausbildung beginnt für die jungen Fachkräfte damit ein neuer beruflicher Abschnitt.
Der Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e. V. ist seit 1995 Träger der Verbundausbildung. „In meinem Kalender stehen jedes Jahr unzählige Termine, aber auf keinen freue ich mich so sehr wie auf die Freisprechung unserer Lehrlinge und Facharbeiter“, betonte Verbandsgeschäftsführer Frederic Günther. Die Bedeutung dieses Tages sei für die Zukunft des erzgebirgischen Kunsthandwerks kaum hoch genug einzuschätzen.
Hinter den Absolventinnen und Absolventen liegen drei Jahre intensiver Ausbildung, geprägt von handwerklicher Arbeit, Fleiß, Durchhaltevermögen und Kreativität. Dabei haben sie traditionelle Handwerkstechniken erlernt, die die jahrhundertealte kulturelle Identität des Erzgebirges prägen.
Wie groß die gestalterische Bandbreite des erzgebirgischen Kunsthandwerks ist, zeigen auch in diesem Jahr die Gesellenstücke. Von Spieldosen über Räucherfiguren bis hin zu einem Spielekasten verbinden die Arbeiten traditionelle Techniken mit den persönlichen Ideen und der eigenen Formensprache der jungen Holzspielzeugmacher und Drechsler. Von der ersten Skizze über die Auswahl und Bearbeitung des Holzes bis zum letzten Pinselstrich planen, gestalten und fertigen die Auszubildenden ihre Arbeiten mit Unterstützung ihrer Ausbildungsbetriebe selbst.
„Erzgebirgisches Kunsthandwerk ist selbsterklärend schön. Es fasziniert und begeistert Menschen – nicht nur bei uns im Erzgebirge, sondern auf der ganzen Welt“, sagte Günther. Dass diese Tradition lebendig ist und sich immer wieder weiterentwickelt, habe der Abschlussjahrgang 2026 während seiner Ausbildung in besonderer Weise gezeigt.
Denn die jungen Holzspielzeugmacher und Drechsler sammelten ihre Erfahrungen nicht ausschließlich in ihren Ausbildungsbetrieben und an der Holzspielzeugmacher- und Drechslerschule in Seiffen. Sie waren während ihrer Ausbildungszeit auch über die Region hinaus unterwegs und präsentierten dabei ihr handwerkliches Können und die besonderen Traditionen des Erzgebirges in aller Welt.
Mit ihrer Freisprechung endet für die Absolventinnen und Absolventen die dreijährige Ausbildungszeit. Mit ihrem Können und ihren Ideen tragen sie ein Stück erzgebirgischer Handwerkstradition in die Zukunft.




















